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Partnergemeinde Vitorino-Freire
die Landwirtschaftsschule


Hintergrund dieses Projekts:

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Die normale gymnasiale Schulbildung im Nordosten Brasiliens können in der Regel nur die Kinder reicherer Eltern erwerben. Es hat sich gezeigt, dass viele Kinder auf dem Land ohne Schulbildung bleiben. Da aber Schulbildung der zentrale Angelpunkt von Entwicklungshilfe ist, müssen Wege gefunden werden, die Schule für Kinder vom Land zu öffnen, bzw. Schulen aufs Land zu bringen. Gleichzeitig soll damit erreicht werden, dass die Landflucht nach Möglichkeit wenigstens etwas gestoppt wird.

Das ist der Hintergrund für die beiden Projekte „Landwirtschaftsschule“ und „LehrerInnen aufs Land“.

Ziel dieses Projektes ist ...

Jugendliche aus dem Landesinneren in Seminarabschnitten eine allgemeine, gymnasiale Schulbildung und zusätzlich ein theoretisches Wissen über Agrarfragen und eine praktische Unterweisung in Landwirtschaftsfragen zu vermitteln, und zwar in einer Lehrweise, die dem natürlichen Lebensrhytmus entspricht und die Jugendlichen nach Möglichkeit nicht von ihrem ländlichen Milieu entfremdet. Deswegen findet der Unterricht in Seminarabschnitten statt, die so terminiert sind, dass neben dem allgemeinen Unterricht immer auch Arbeit auf dem Acker zu Hause parallel betrieben werden kann und werden soll, d. h. die Seminarabschnitte liegen so, daß der Rhythmus der Natur (Zeit des Säens, des Erntens usw.) die leitende Vorgabe ist. So können die SchülerInnen sofort das Wissen, das sie in der Schule erwerben, zu Hause umsetzen und dort die Mentalität des Dorfes beeinflussen. Damit soll letztlich erreicht werden, dass die einfachen Leute sich mehr und mehr an ihr Land zu Hause gebunden fühlen und damit verbunden bleiben.

Im Hintergrund steht das abschreckende Beispiel der Landflucht mit ihren verheerenden Folgen (Massenverelendung in den Slums, Favelas der Großstädte), der auf diese Weise entgegengearbeitet werden soll. Im theoretischen Unterricht geht es neben dem allgemeinen Wissen um Landwirtschaftsfragen auch um alternative, biologische Anbaumethoden.

Damit die SchülerInnen und deren Eltern die Schule als ihre Schule und als Teil ihres Lebens erfahren, ist von vornherein bewußt darauf geachtet worden, dass ihnen keine fertigen Gebäude angeboten wurden. In Eigenleistung ist die Schule gebaut worden. Neben den Schulungsräumen befindet sich ein großer medizinischer Kräutergarten, sowie verschiedene Projektfelder auf denen die SchülerInnen ihr erworbenes Wissen direkt praktisch anwenden können, um es dann später zu Hause auf ihre Verhältnisse umzusetzen. Durch eine Lebensmittelkollekte im Landesinnern, also dort, von wo die SchülerInnen kommen, wird versucht, das Bewußtsein und die Verantwortung wach zu halten,daß die Schule eine Sache der Bevölkerung ist.

Was natürlich von der armen Landbevölkerung nicht aufgebracht werden kann, sind die Gehälter für die LehrerInnen, die als engagierte Christen das Projekt mit viel Idealismus mittragen.