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Partnergemeinde Vitorino-Freire 


Der TUCUM Ring

TUCUM RING

Zeichen der Solidarität mit den Armen Die Tucum- palme wächst im Nordosten und im Amazonasgebiet Brasiliens. Sie ist eine schlanke Palme, die bis zu 10 bis 12 Meter Höhe erreichen kann. Die Nutzung der Tucumpalme ist von den Tupi-Indianern entdeckt und entwickelt worden. Zwischen den langen und spitzen Stacheln reifen wertvolle Nüsse, die einen hohen Ölgehalt besitzen. Aus den festen Fasern der Palmblätter werden Fischernetze, Stricke und Hängematten angefertigt. Wenn die Tucumnüsse zu reifen beginnen, verbreiten sie einen wohltuenden Duft.

TUCUM RING

Mit viel Hingabe, wobei sie sich gelegentlich die Hände an den stacheligen Palmen verletzen, pflücken die Frauen die Nüsse, um daraus die schwarzen Ringe herzustellen. Das Aufsägen, Säubern und Polieren der Ringe ist eine harte Arbeit und nimmt pro Ring für Geübte etwa eine Stunde in Anspruch. Pro Nuß erhält man ein bis drei Ringe. Zur Herstellung der Ringe werden die Nüsse zunächst ins Wasser gelegt, um aufzuweichen.Dann werden sie mit einer kleinen Handsäge zerschnitten, und nach einer gewissen Zeit stampft man mit einem gut gewetzten Messer die Ringe heraus, die dann mit Schmirgelpapier oder mit einem Blatt von dem Sambaiba-Baum bearbeitet werden. Schließlich schleift man den Ring an einem Stein und gibt ihm den letzten Schliff.

Mit der Herstellung der Ringe verdienen sich die Frauen den kärglichen Lebensunterhalt. Ihr großes Anliegen bleibt jedoch, daß mit der Verbreitung der Tucum-Ringe als Zeichen der Solidarität mit den Armen immer mehr Menschen sich für eine bessere und gerechtere Gesellschaft einsetzen.Der schwarze oder dunkelbraune Ring wird in Brasilien „alianca“, d. h. „Bund“, genannt. Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien in Lateinamerika und der ganzen Welt tragen ihn als Zeichen der Solidarität und als Erinnerung an die Bundeszusage Gottes, der mit den Armen unterwegs ist und sagt: „Ich bin der, der mit euch ist!“ Der Ring will dazu anspornen, mitzuhelfen am Aufbau des Reiches Gottes, das ein Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Geschwisterlichkeit ist.

Als Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit den Armen tragen viele Bischöfe, Priester und Laien den „schwarzen Ring“ aus der Tucumnuß.

P. Heribert Rembecki ofm